Achtsamkeit, Klarheit, Kraft
Das Üben mit den philippinischen Escrima-Stöcken weckt
kämpferisches Feuer und archaische Erinnerungen in uns. Auge
in Auge mit meinem Gegenüber, das Tönen aneinanderschlagen-
der Stöcke, der Geruch von heissem Rattan, die Bereitschaft des Körpers in ange-
spannten Muskeln spüren, den Widerstand in der Stärke meines Partners/ Gegners
schmecken. Sich in diesem kämpferisch-kriegerischen Element zu begegnen hat einen
ganz eigenen Reiz. Ebenso wie Aggression und Kraft eingeladen sind, sind Klarheit
und Achtsamkeit gefordert. Ob in der Form oder als Improvisation – die Energie des
Kampfes bewirkt ein Wach-Sein in allen Zellen.
Wir lernen in diesem Workshop Grundschlagtechniken der philippinischen Kampfkunst,
Körperkoordination, Rhythmen und Werfen mit den (ca. 65 cm langen Rattan-)
Stöcken. Einmal vertraut mit ihnen, nehmen wir sie mit in unseren Tanz und Bewe-
gungs-Improvisationen, mal kämpferisch-wild, mal weich und verspielt.Alles was auftaucht, ist willkommen!Kampfkunst verbindet uns mit unserer Kraft, sie erdet und zentriert uns. Je nachunseren Themen werden möglicherweise aber auch (altbekannte) Gefühle wie Angst,Scham, Vermeidung, Aggression… auftauchen. Heikle Stellen in uns rund umGewinnen/ Verlieren, Macht/ Ohnmacht, Klein-machen/ Überschätzen werdenmöglicherweise getriggert. All das ist willkommen und wird achtsam aufgegriffen!Tanzen und Improvisieren stehen für Lebendigkeit, Freude, Durchlässigkeit und denKontakt zum inneren Kind. Ist dieses innere Kind jedoch nicht befreit, sind wirschnell im Bewerten und dem Gefühl, nicht gut oder nicht kreativ genug zu sein. In Verbindung mit unserer Kraft UND unserer VerletzlichkeitÜber unser Fehler-Machen, Verlieren und Scheitern lachen können und uns selbstdamit umarmen können. In Verbindung mit unserer Verletzlichkeit und gleichzeitigunserer Kraft sein. Wissen, unseren persönlichen (intimen) Raum zu schützen.Erlauben von Emotionen ohne uns von ihnen überschwemmen zu lassen. Im Kontakt mit unserem Körper, im Spüren und Fühlen sein. Handlungsfähig, selbstwirksam und mitfühlend sein und bleiben.